Neues von Cassini.

07.03.2019

Bitkom Arbeitskreistreffen: Blockchain und Geschäftsprozesse

Expertenrunde diskutierte Potenziale der Blockchain-Technologie

Am 25. Februar trafen sich die beiden Bitkom Arbeitskreise Blockchain und Digitale Geschäftsprozesse zu einer gemeinsamen Sitzung im Cisco Innovation Center auf dem EUREF-Campus in Berlin. Knapp 70 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik tauschten sich dort über die Potenziale der Blockchain-Technologie bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen aus.

Einen Überblick über den Stand der beiden Arbeitskreise gaben die stellvertretenden Vorstände der beiden Arbeitskreise Volker Halstenbach, IT-Berater bei Zöller & Partner, und Med Ridha Ben Naceur, Principal Consultant bei GFT Technologies. Sie diskutierten auf dem Podium mit Prof. Dr. Sabine Radomski, die an ihrem Lehrstuhl der Hochschule für Telekommunikation in Leipzig zum Thema Software Engineering forscht, und Cassini Berater Jonas Höfer mit Schwerpunkt Digitalisierungs- und Innovationsmanagement.

Höfer vertrat die These, dass das größte Potenzial der Technologie darin bestehe, diese zum Anlass zu nehmen, sich überhaupt mit den eigenen Prozessen zu beschäftigen. Auch dürfe man bei einer Realisierung einer Blockchain-Lösung nicht lediglich die Prozessebene betrachten. Vielmehr müsse man ganze Abteilungen in ihrer Funktion End-to-End in Frage stellen und neu denken. „Dies ist – neben der wirtschaftlichen Komponente – dem Sachverhalt geschuldet, dass es klare Bedingungen gibt, die eine Prozessdigitalisierung über Blockchain-Technologie als sinnvoll bewerten lassen“, so Höfer.

Auch sicherheitsrelevante Aspekte standen im Mittelpunkt der Diskussion. Professor Radomski gab einleitend zu bedenken, dass eine Public Blockchain von außen eingesehen werden kann. Höfer merkte zudem an, dass an jedem Übergang von der realwirtschaftlichen in die digitale Welt eine Täuschung geschehen kann, sofern der Prozess nicht zu 100 Prozent automatisiert über IoT-Komponenten abgewickelt wird. Eine Blockchain sichere zwar die Datendokumentation ab und bearbeite automatisiert Verträge, garantiere aber nicht die Korrektheit der Ausgangsinformationen.

Blockchain ist keine Allzwecklösung, kann aber sinnvoll sein
Große Einigkeit herrschte bei der Wahrnehmung, dass noch viel zu häufig ausgehend von der Technologie nach den passenden Problemen gesucht werde, um die Lösung anzuwenden. Auch durch die noch fehlende Expertise am Markt und die komplexere Administration sei es häufig sinnvoller, bereits vorhandene Workflow-Automatisierungslösungen zunächst weiter zu betreiben. Das bessere Vorgehen sei es, die Probleme und Schwachstellen zu identifizieren, um nach eingehender Analyse die beste Lösung zu finden. „Hierfür ist es entscheidend, die relevanten Parameter zu kennen und auf Basis einer professionelle Anforderungsanalyse die Lösungsalternativen zu bewerten. In einigen Fällen ist tatsächlich eine Blockchain-Lösung die beste Wahl“, so Höfer.

Im weiteren Tagesverlauf konnten sich die Teilnehmer über die Vorgehensmodelle von Gastgeber Cisco und Bayer informieren sowie die von IBM und Maersk entwickelte Blockchain-basierte Logistikplattform TradeLens erkunden. Weitere Themen waren die vom Bitkom angefertigte Studie zur Verbreitung von Blockchain in Deutschland und der erste Entwurf eines Reifegradmodells für digitale Geschäftsprozesse, an dem auch Cassini Berater Christian Kretschmer mitarbeitet. So brachte die gemeinsame Sitzung der Arbeitskreise einen spannenden Austausch von Forschung und Praxis hervor. Ein Format, das fortgesetzt werden soll.

 

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