
Regulatorische Anforderungen können erst dann wirksam umgesetzt werden, wenn Verantwortlichkeiten, Entscheidungen, Prozesse, Kontrollen, Daten und Systeme verlässlich ineinandergreifen.
In vielen Organisationen bestehen dafür bereits einzelne Governance-, Risk- und Compliance-Strukturen. Häufig fehlt jedoch ein gemeinsames GRC Operating Model, das diese Elemente über Bereichsgrenzen hinweg verbindet.
Neue und sich ändernde regulatorische Anforderungen, geopolitische Veränderungen und zusätzliche Managementanforderungen erhöhen den Druck auf Governance-, Risk- und Compliance-Strukturen. Organisationen müssen Risiken früher erkennen, Entscheidungen nachvollziehbar treffen und Maßnahmen über mehrere Funktionen hinweg umsetzen.
In der Praxis bleiben Verantwortlichkeiten jedoch häufig unklar. Wer entscheidet beispielsweise, ob eine neue EU-Verordnung für das Unternehmen relevant ist – Rechtsabteilung, Compliance oder der betroffene Fachbereich? Solche Fragen wirken auf den ersten Blick operativ. Tatsächlich entscheiden sie darüber, ob regulatorische Anforderungen rechtzeitig bewertet, priorisiert und umgesetzt werden.
Werkzeuge wie die RACI-Matrix unterstützen dabei, Rollen und Verantwortlichkeiten transparent zu machen. Entscheidend ist jedoch nicht das Modell selbst, sondern dass Verantwortlichkeiten, Entscheidungswege und Eskalationen im Arbeitsalltag tatsächlich funktionieren.
Unterschiedliche Funktionen sind an regulatorischen Themen beteiligt. Häufig bleibt jedoch unklar, wer Anforderungen bewertet, Entscheidungen vorbereitet, Maßnahmen verantwortet oder deren Umsetzung überwacht.
Konsequenz: Aufgaben werden doppelt bearbeitet, bleiben liegen oder erreichen die zuständigen Entscheidungsebenen zu spät.
Lösungsansatz: ein nachvollziehbares Rollen- und Verantwortungsmodell mit klaren Entscheidungs- und Eskalationswegen
Governance-Gremien, Entscheidungsrechte und Eskalationsmechanismen greifen häufig nicht ineinander. Relevante Informationen stehen nicht rechtzeitig oder nicht in der erforderlichen Qualität zur Verfügung.
Konsequenz: Kritische Maßnahmen werden verzögert, regulatorische Risiken bleiben länger bestehen und Handlungsfähigkeit entsteht erst unter Zeitdruck.
Lösungsansatz: klare Governance-Strukturen, definierte Entscheidungsrechte und verlässliche Informations- und Eskalationsprozesse
Regulatorische Prozesse, Kontrollen, Daten und Systeme wurden häufig für einzelne Anforderungen aufgebaut und nicht als zusammenhängendes GRC Operating Model entwickelt.
Konsequenz: hoher Abstimmungsaufwand, doppelte Kontrollen, unvollständige Nachweise und eine Organisation, die regulatorische Anforderungen nur mit erheblichem Aufwand umsetzen kann.
Lösungsansatz: ein Operating Model, das Daten, Systeme, Nachweise und organisatorische Verantwortlichkeiten gemeinsam betrachtet
Zusammengefasst: Ohne ein wirksames GRC Operating Model bleibt die Organisation dauerhaft reaktiv. Entscheidungen werden spät getroffen, Verantwortlichkeiten sind nicht belastbar geklärt und regulatorische Anforderungen erzeugen wiederkehrenden Abstimmungs- und Umsetzungsaufwand. Mögliche Folgen sind Compliance-Risiken, Bußgelder, Reputationsschäden und ineffiziente Strukturen. Gleichzeitig entstehen doppelte Rollen, Prozesse und Kontrollen, die Komplexität erhöhen, ohne die tatsächliche Steuerungsfähigkeit zu verbessern.
Ein wirksames GRC Operating Model entsteht nicht durch die Einführung eines einzelnen Tools oder die Übernahme eines generischen Referenzmodells. Entscheidend ist, wie regulatorische Anforderungen in die konkrete Organisation übersetzt werden.
Ein häufiger Fehler besteht darin, Technologie vor Organisation zu stellen oder ein Standardmodell unverändert zu kopieren, ohne Verantwortlichkeiten, Prozesse, Schnittstellen und Entscheidungswege an den Unternehmenskontext anzupassen. Genau hier entstehen in der Praxis die größten Reibungsverluste.
Governance, Rollen, Entscheidungen, Prozesse, Kontrollen, Daten, Systeme und Nachweise müssen gemeinsam gestaltet werden. Das Operating Model muss zur Unternehmensgröße, zum Geschäftsmodell, zu bestehenden Strukturen und zur tatsächlichen Risikolage passen.
Unklare Rollen, parallele Prozesse oder fehlende Daten werden häufig erst dann sichtbar, wenn eine regulatorische Entscheidung kurzfristig getroffen werden muss. In einem ersten Orientierungsgespräch ordnen wir die bestehenden Governance-Strukturen, Entscheidungswege und Schnittstellen ein. So identifizieren wir, wo organisatorischer Handlungsbedarf besteht und welche Elemente eines GRC Operating Models zuerst betrachtet werden sollten.
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Senior Partner
Michael Seipel ist Senior Partner bei Cassini Consulting. Er kam 2008 zu Cassini Consulting und verantwortete zunächst den Aufbau des Standortes Frankfurt. Drei Jahre später gründete er als Partner die Hauptstadtdependance und übernahm die Verantwortung für das Engagement im öffentlichen Sektor. Von 2020 bis 2026 stellte er als COO Cassini Consulting in den Bereichen Prozesse & Tools skalierbarer auf. Derzeit verantwortet er unsere Klienten im halböffentlichen Bereich. Neben seiner Tätigkeit bei Cassini engagiert er sich gesellschaftlich, etwa als Aufsichtsratsmitglied der Energiegenossenschaft Groß-Umstadt.
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Cassini Consulting steht für moderne Beratung an der Schnittstelle von Business, IT und Transformation. Wir begleiten Organisationen dabei, Zukunft aktiv zu gestalten. Strategisch, technologisch und kulturell. Unser Anspruch: Exzellente Beratung mit Wirkung. Unabhängig, mehrfach ausgezeichnet und immer auf Augenhöhe mit unseren Kunden.







