
Das Anwendertreffen am 4. und 5. Juni brachte führende Expert*innen aus Industrie und Verwaltung in Berlin zusammen. Die Veranstalter WISTA Management, Betreiberin des größten Technologieparks Deutschlands, und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurden bei der Planung und Durchführung dieser Veranstaltung maßgeblich von Cassini unterstützt. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Herausforderungen und Anwendungsfelder der 5G-Technologie, insbesondere in Bezug auf Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.
Seit Start der Frequenzzuteilung für lokale 5G-Campusnetze in Deutschland durch die Bundesnetzagentur im Jahr 2020 wurden 400 lokale 5G-Campusnetze mit einer Frequenzlizenz ausgestattet. Die Community, bestehend u.a. aus Vertreter*innen der WISTA, Volkswagen, BMW, Vodafone und der Bundeswehr, berichtete zum Veranstaltungsauftakt über ihre Erfahrungen und die bisherigen Fortschritte beim Aufbau und Betrieb ihrer 5G-Netze. Bei den konkreten Erfahrungsberichten aus der Praxis wurde deutlich, dass auf Seite der Nutzenden weiterhin erheblicher Aufklärungsbedarf besteht.
Noch immer hat die 5G-Technologie mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Die Wirtschaft sucht nach konkreten Use Cases, um den Aufwand für den Aufbau und Betrieb wirtschaftlich zu rechtfertigen. Vertreter von VW und BMW betonten, dass die Suche nach diesen Anwendungsfällen in der Praxis oft länger dauert als erwartet und eine enge Zusammenarbeit zwischen Technologieanbietern und Nutzenden erfordert, aber auch, dass die Use Cases im Bereich der Produktion und der Automatisierung langsam in der Breite ins Rollen kommen.
Die Sicherheit in lokalen 5G-Campusnetzen ist essenziell, um geschäftskritische Anwendungen in der Industrie und bei Sicherheitsbehörden abzusichern. In industriellen Anwendungen, wie dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und der Industrie 4.0, ist der Schutz sensibler Daten und die Gewährleistung der Netzwerkstabilität von höchster Bedeutung, um Produktionsprozesse effizient und störungsfrei zu gestalten. Sicherheitsbehörden benötigen zuverlässige und sichere Kommunikationsnetze, um ihre operativen Aufgaben mit minimalem Risiko von Cyberangriffen oder Datenverlusten zu erfüllen. Zudem tragen robuste Sicherheitsmaßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und zur Stärkung des Vertrauens in die Technologie bei, während sie gleichzeitig Betriebsausfälle und finanzielle Verluste verhindern.
WISTA härtet das lokale 5G-Campusnetz in enger Zusammenarbeit mit Cassini und dem BSI und möchte Vorreiter für ein BSI-Grundschutz-konformes Netz sein. In Diskussionen wurde klar, dass ein sicheres 5G-Netzwerk nicht nur für den Schutz sensibler Daten wichtig ist, sondern auch das Vertrauen potenzieller Nutzenden und Investoren stärkt.
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Gründung des Erfahrungsaustauschkreis Non-Public Mobile Networks unter dem Schirm der Allianz für Cybersicherheit des BSI. Ziel dieses Forums ist es, die Sicherheit in privaten Mobilfunknetzen zu verbessern, Best Practices zu evaluieren und eigene Anforderungen in relevante Standardisierungsgremien wie das 3rd Generation Partnership Project (3GPP) einzubringen.
Die Agenda des Tages war dicht gepackt mit Vorträgen und Diskussionen. Wichtige Punkte waren:
Die Veranstaltung bot viel Raum für offene Diskussionen. In den Open Space Sessions wurden verschiedene Themen intensiv diskutiert, darunter:
Das diesjährige Anwendertreffen „Absicherung von 5G-Campusnetzen“ war ein voller Erfolg und bot eine wertvolle Plattform für den Austausch zwischen Industrie und Verwaltung. Die Gründung des Erfahrungsaustauschkreis Non-Public Mobile Networks und die intensiven Diskussionen über aktuelle Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen der 5G-Technologie sind wichtige Schritte, um die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit von 5G-Campusnetzen weiter zu verbessern.
Die Veranstaltung zeigte deutlich, dass Zusammenarbeit und Austausch zwischen allen Beteiligten entscheidend sind, um die Potenziale der 5G-Technologie voll auszuschöpfen.