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Artikel von:
Peter Kalvelage, Senior Management Consultant, Cassini Consulting AG
Peter Kalvelage
Senior Management Consultant
AI Coding

Wenn KI Code schreibt und Fachbereiche Teil des Entwicklungsteams werden 

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt rasant. Sie automatisiert, beschleunigt und optimiert Unternehmensprozesse. Repetitive Aufgaben werden zunehmend durch die KI übernommen. Sie unterstützt mittlerweile aber auch bei komplexen Tätigkeiten wie dem Programmieren von Softwaresystemen, indem sie Code selbst schreibt. Welche Konsequenzen hat dies auf Rollen, Zusammenarbeit und Verantwortlichkeiten in der Softwareentwicklung? Das Beispiel "Digitalisierung der Konsumgüterindustrie” macht es deutlich.

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt rasant. Sie automatisiert, beschleunigt und optimiert Unternehmensprozesse. Repetitive Aufgaben werden zunehmend durch die KI übernommen. Sie unterstützt mittlerweile aber auch bei komplexen Tätigkeiten wie dem Programmieren von Softwaresystemen, indem sie Code selbst schreibt. Welche Konsequenzen hat dies auf Rollen, Zusammenarbeit und Verantwortlichkeiten in der Softwareentwicklung? Das Beispiel "Digitalisierung der Konsumgüterindustrie” macht es deutlich.

Wie KI-gestütztes Coden agile Teams verändert 

Mit dem Aufkommen von KI-gestütztem Programmieren, zum Beispiel beim Konzept des Vibe-Coding, steht die agile Softwareentwicklung vor einem strukturellen Wandel. KI-Systeme könnten zunehmend die eigentliche Codeerstellung übernehmen und würden damit Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten in den Entwicklungsteams neu definieren. Was bislang in den Händen erfahrener Entwickler:innen lag, kann künftig durch sprachgesteuerte Systeme in kürzester Zeit automatisiert erstellt werden.

Vom Entwicklerteam zur Wert-Orchestrierung 

In klassischen Scrum-Teams liegt die Verantwortung für die technische Umsetzung bei den Entwickler:innen, während der Product Owner (PO) Anforderungen priorisiert und den fachlichen Nutzen im Blick behält. Mit leistungsfähigen KI-Systemen verschwimmt diese Trennung zunehmend. Wenn Programmcode über Prompts, also über natürliche Sprache, erzeugt werden kann, wird die Fähigkeit, Anforderungen präzise zu formulieren, wichtiger als die handwerkliche Umsetzung.

Der PO könnte in Zukunft, zumindest in Teilen, direkt Software generieren, indem er beschreibt, was das Produkt tun soll. Die KI übersetzt diese Beschreibung in lauffähigen Code. Damit würde sich die Grenze zwischen „Was“ (Anforderung) und „Wie“ (Implementierung) auflösen. Gleichzeitig bleibt ein zugehöriges Entwicklerteam unverzichtbar. Seine Rolle ist jedoch eine andere: Statt jede Zeile selbst zu schreiben, kontrollieren Entwickler:innen künftig, ob der erzeugte Code korrekt, sicher und wartbar ist. Der Fokus verschiebt sich vom Produzieren zum Kurieren, vom „Code schreiben“ hin zum „Code verantworten“.

KI-Coding fordert veränderte Rollen und Verantwortlichkeiten 

Die Vorstellung, der Product Owner werde künftig zum Hauptentwickler, ist provokant, aber nicht unrealistisch. Wahrscheinlicher ist jedoch eine Hybridisierung der Rollen: Neue Profile wie „Tech-POs“ oder „AI Engineers in the Loop“ verbinden Business-Kontext und technische Kompetenz.

„AI Engineers in the Loop“ sind Expert:innen, die den kreativen und technischen Dialog zwischen Fachbereich, KI-System und Entwicklungsteam steuern. Sie unterstützen den Tech-PO dabei, Anforderungen in präzise Prompts zu übersetzen, prüfen generierte Ergebnisse und stellen sicher, dass die KI-Outputs fachlich sinnvoll und im Sinne des Unternehmens regelkonform sind. Ggf. sogar unter Berücksichtigung ethischer Aspekte.

Die Rolle des klassischen Entwicklers verschiebt sich stärker in Richtung Architektur, Integration und Qualitätssicherung. Auch die Qualitätssicherung verändert sich. Wenn die KI Code generiert, ist das Testen nicht mehr nur eine finale Kontrollstufe, sondern Teil einer laufenden Validierung des KI-Outputs. Es geht nicht mehr nur um die Frage „Funktioniert das?“. Beantworten werden muss auch: „Hat die KI das Richtige gebaut?“, „Kann man diesem Ergebnis vertrauen?“ und „Lässt sich die Ergebnisfindung optimieren?“.

KI in der Praxis: Das Beispiel Konsumgüterindustrie

Besonders deutlich wird das am Beispiel der Konsumgüterindustrie, also jener Unternehmen, die Produkte für Endverbraucher herstellen. Von Lebensmitteln und Kosmetik bis hin zu Reinigungsmitteln oder Frischhaltefolien.

Deren Wertschöpfung stützt sich typischerweise auf vier zentrale Funktionen: Marketing, Forschung & Entwicklung (R&D), Supply Chain Management (SCM) und Vertrieb. Diese Bereiche greifen heute tief auf digitale Systeme zurück und sind auf funktionierenden, sich ständig weiterentwickelnden Code angewiesen.

Marketingabteilungen steuern Kampagnen über KI-Modelle, die Zielgruppen und Trends in Echtzeit analysieren. In der Forschung & Entwicklung beschleunigen KI-Modelle Rezepturdesigns und Materialtests. Die Supply Chain nutzt Predictive Analytics, um Produktionsmengen und Lieferungen dynamisch zu steuern. Im Vertrieb optimieren KI-Tools Preisstrategien und personalisieren Konsumentenerlebnisse.

In jedem dieser Schritte ist Software ein Teil der Kernwertschöpfung. Und mit der Fähigkeit, Code mittels KI gestützter Tools schneller und intelligenter zu erzeugen, verändert sich auch die Art, wie diese Systeme entstehen. Agile Teams, die solche Lösungen entwickeln, müssen nicht mehr nur "enger mit den Fachbereichen zusammenarbeiten". Durch den Umstand, dass die Daten, Prozesse und Geschäftslogiken in den Fachbereichen liegen werden diese Teil der agilen Teams.

Diese Perspektive zeigt: KI-Kompetenz gehört grundlegend (auch) in die Fachbereiche, nicht nur in die IT. Denn nur dort, wo Wissen über Markt, Konsument und Prozess vorhanden ist, kann KI echten Wert schaffen.

Geschwindigkeit als Segen und Risiko 

Einer der auffälligsten Effekte dieser Entwicklung ist die Beschleunigung. Wenn Code, Modelle und Entscheidungsregeln in Minuten statt in Tagen entstehen, verändert sich der Rhythmus der Organisationen. Statt klassischer Planungszyklen arbeiten Teams in Echtzeit. Das Prinzip der Agilität bleibt bestehen, doch der Takt wird radikal schneller.

Diese Effizienz birgt jedoch Risiken. Integration, Tests, Security und Compliance sind und bleiben kritische Qualitätstore, die sich nicht beliebig verkürzen lassen. Ohne neue Governance-Mechanismen kann aus Geschwindigkeit Chaos werden.

Ein Bericht in der kanadischen “Financial Post“ zeigt, dass KI-Tools in der Tech-Industrie massive Umstrukturierungen ausgelöst haben, weil Unternehmen mit weniger Entwickler:innen auskommen, dafür aber neue Rollen in Qualität, Steuerung und Datenmanagement schaffen mussten.

Die indische “Livemint” wiederum berichtete über einen aufsehenerregenden Fall, in dem Entwickler:innen ihre KI-Werkzeuge aus eigener Tasche bezahlen mussten, obwohl deren Nutzung vom Arbeitgeber verlangt wurde. Solche Beispiele verdeutlichen, dass technologische Sprünge immer auch soziale und organisatorische Spannungen erzeugen.

Fazit 

KI verändert nicht nur, wie Software entsteht, sondern auch, wer sie erschafft. Agile Teams aus Fachbereich und IT entwickeln sich zu den Steuerzentralen eines neuen Wertstroms: Die KI produziert den Code, doch die Menschen geben ihm Bedeutung, bestimmen die Richtung und übernehmen die Verantwortung. Der Unterschied zwischen klassischer und agiler Softwareentwicklung wird jetzt noch deutlicher, und zwar nicht nur im Tempo, sondern in der gesamten Arbeitslogik.

Die Konsumgüterindustrie liefert dafür ein greifbares Beispiel: Hier entsteht Wert nur, wenn Marketing, F&E, Supply Chain und Vertrieb kontinuierlich digital zusammenarbeiten. KI-gestützte Softwareentwicklung verstärkt diese Dynamik und macht sichtbar, dass die Grenze zwischen Fachbereich und Technologieentwicklung zunehmend verschwindet.

Die Fachbereiche sind längst digital, aber der Unterschied ist: Künftig entwickeln sie mit. Der nächste Transformationssprung der Digitalisierung wird daher nicht durch neue Methoden kommen, sondern durch die Fähigkeit, intelligente Werkzeuge klug und verantwortungsvoll einzusetzen.

Quellen & Impulse

AI cuts a swath through Vancouver’s tech workforce – Financial Post 

Indian developer says company made staff pay for AI tools – Livemint 

Neugierig geworden?

Wenn Sie verstehen wollen, wie sich KI-Kompetenz in Ihrer Branche verankern lässt und welche Auswirkungen sie auf Strukturen, Rollen und Prozesse hat, sprechen Sie mich gerne an. 

Peter Kalvelage, Senior Management Consultant, Cassini Consulting AG
Peter Kalvelage

Senior Management Consultant


[email protected]

+49 211 - 92323552


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Zukunft sichern: Trends der Konsumgüterbranche gezielt zur Transformation nutzen

Die Konsumgüterbranche verändert sich tiefgreifend. Treiber des Wandels sind neue Kundenerwartungen, technische Innovationen und Druck zu Nachhaltigkeit. Digitalisierung, personalisierte Angebote und nachhaltige Praktiken sind längst Schlüsselfaktoren. Daneben eröffnen flexible Arbeitsformen und der demografische Wandel neue Chancen für Unternehmen, die bereit sind, sich zu transformieren. Cassini unterstützt Sie dabei, diesen Wandel aktiv zu gestalten: mit ganzheitlicher Beratung, technologischer Exzellenz und klarem Fokus auf Ihre Zukunftsfähigkeit.

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