Lohnt sich Change Management?

5 wesentliche Aspekte des Change Management

Wenn ich mit meinen Kunden über das Thema Change spreche, dann sind sie eher verhalten. „Das bringt doch nichts“, „das kostet nur Geld“, „bessere Prozesse, das brauchen wir, das spart Geld“. Diese und andere Aussagen fallen immer wieder vor Change Projekten.
Woran liegt das? Weshalb haben Change Projekte einen solch schlechten Ruf? Meiner Meinung nach hat das einen simplen Grund: Unternehmen wollen wachsen. Dazu sollen Prozesse optimiert und automatisiert werden. Stichwort Digitale Transformation. ABER ein wichtiger Punkt wird aus meiner Sicht vernachlässigt: Die Mitarbeiter. Ich habe schon so oft erlebt, dass der Prozess auf dem Silbertablett, das Wunderwerk, das alle Probleme löst, einfach keinen Anklang gefunden hat. Damit dies nicht passiert, habe ich fünf Aspekte zusammengefasst, die für einen gelungenen Change sorgen.

5 wesentliche Change-Faktoren

  1. Kommunikation
    Dann kommt schnell die Frage: Aber wieso? Wir haben doch kommuniziert! Interessanterweise ist fast allen klar, dass Kommunikation neben vier anderen Kernelementen entscheidend zum Veränderungsvorhaben dazugehören. Jedoch ist Kommunikation nicht gleich Kommunikation. Was meine ich damit? Ganz einfach: Wer hat was wann in welcher Art wem mitgeteilt? Zu kompliziert?
    Je nachdem in welchem Umfeld Sie tätig sind, kann ein Sachbearbeiter, eine Krankenschwester, ein Controller, Pilot oder ein Polizist unterschiedlich viel mit der gleichen Kommunikation anfangen. Daher ist der erste entscheidende Faktor eine zielgruppengerechte Kommunikation aufzusetzen.
    Weiter ist es auch entscheidend, wie oft etwas mitgeteilt wird. Das ist ähnlich wie beim Lernen einer Sprache. Was ich einmal lese, bleibt wahrscheinlich nicht gleich hängen. Daher sind wir jetzt schon bei einer regelmäßigen zielgruppengerechten Kommunikation.
    Der dritte Schritt ist das „Wie“. Wie teilen sie etwas mit? Senden sie eine Email, die im Alltag sowieso untergeht? Oder haben sie beispielsweise einen Newsletter, der kurz und kompakt die wichtigsten Neuigkeiten regelmäßig und zielgruppengerecht zusammenfasst?
    Der vierte Punkt ist die Rückwärtskommunikation. Sammeln sie Feedback zu Ihrer Kommunikation? Gibt es Fragen? Bieten sie ihrer Belegschaft die Möglichkeit Fragen zu stellen? Beispielsweise in einem Townhall-Format. Gerade in Coronazeiten einfacher denn je.
    Fragen Sie sich: Ist die Kommunikation zielgruppengerecht, regelmäßig und ordentlich adressiert? Wenn Sie dahinter einen Haken setzen können, haben Sie den ersten von fünf entscheidenden Change-Faktoren berücksichtigt.
  2. Führung
    Wie stehen Ihre Führungskräfte zu dem Thema, wie steht es um das Thema Leadership? Damit meine ich Folgendes: Sind ihre Manager hauptsächlich damit beschäftigt, ihr Team zu befähigen, oder sind sie getreu dem Peter-Prinzip in ihrer Rolle gelandet und hauptsächlich operativ tätig und den restlichen Tag in Meetings. Wie ist die Aufteilung zwischen ihrer „normalen“ Tätigkeit und der Rolle, die sie als Transformation Lead angenommen haben? Wie viel Zeit widmen sie der eigentlichen Transformationsaufgabe?
  3. Rollenvorbild
    Sind Ihre Manager an vorderster Front und zeigen ihren Mitarbeitern täglich immer wieder aufs Neue, wie das neue Verhalten auszusehen hat? Oder hat sich das Verhalten nicht geändert? Wie viel Zeit verbringen Ihre Manager mit ihren Mitarbeitern? Stehen sie Rede und Antwort und sind sie vor allem auch in der Lage dazu?
  4. Engagement
    Sind ihre Manager committed zum Change? Werden sie verantwortlich gehalten, oder werden Pläne einfach nach Belieben neu gestaffelt? Ist es klar zu sehen, wer in der Organisation und der Transformation verantwortlich ist? Sind Rollen und Verantwortlichkeiten klar definiert?
  5. Kontinuierliche Verbesserung
    Getreu dem Motto: „gestern ist gestern und heute ist heute“ ist es wichtig, nachhaltig und fortwährend am Ball zu bleiben. Wenn Sie nach sechs Monaten wieder ablassen, dann werden Sie niemals eine erfolgreiche Veränderung über die Bühne bringen.

Change-Management ist mehr als nur Kommunikation und hängt von den oben genannten Faktoren ab. Sich einer Transformation zu stellen, ist eine echte Herausforderung.

Artikel von:
Marcel Wilhelm, Consultant, Cassini Consulting
Marcel Wilhelm
Consultant
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