
Was würden Sie sagen, wenn sie erfahren würden, dass Ihrer IT eine sechsstellige Summe entgangen ist?! So geschehen bei einem großen Kunden: Entsprechende Strafzahlungen aufgrund gerissener Service-Level wurden über Monate nicht eingefordert, da sich niemand in der Verantwortung fühlte, das vom Outsourcing-Provider zur Verfügung gestellte Reporting zu lesen.
In diesem Fall war der Schaden noch begrenzt, da es sich nur um einen monetären Verlust handelte und die Service-Level-Verfehlungen anscheinend zu keinem weiteren Schaden wie einem Security Incident, Betriebsstörungen, Systemausfällen o. ä. geführt haben.
Die Namen sind so vielfältig wie die Ausprägungen dieser Funktion in Unternehmen.
Was alle gemeinsam haben: Dieser Funktion wird allzu häufig zu wenig Beachtung, Bedeutung und Budget geschenkt.
Outsourcing-Projekte stehen im Fokus, werden eng gesteuert und überwacht, da ihnen bis in die obersten Hierarchien richtigerweise strategische Relevanz zugesprochen wird – bis zum Change of Control.
Wenn die Transition zum Provider, die Service-Übernahme, erfolgreich abgeschlossen ist, gilt die weitläufige Meinung: Wir haben jetzt einen Dienstleister, der die IT-Services für uns übernimmt.
Stimmt, allerdings sollen die ausgelagerten Services nicht losgelöst und nach Gusto des Providers erbracht werden, sondern im Unternehmenssinn nach den eigenen und definierten Zielen und zur Zufriedenheit der Stakeholder in verschiedensten Dimensionen.
Bedeutet im Einzelnen: Eine gesonderte Abteilung, dedizierte Verantwortlichkeiten, die je nach Größe der Auslagerung und Vielseitigkeit, Komplexität, Anzahl der Provider etc. in der Ausgestaltung anzupassen sind.
Provider-Management stellt sicher, dass ausgelagerte Services in der abgestimmten Qualität und zu den vereinbarten Kosten erbracht werden. Zudem soll der Service so erbracht werden, dass das auslagernde Unternehmen fähig ist, seine Geschäfts- und IT-Ziele ohne Unterbrechung des IT-Betriebs zu erfüllen.
Darum sollte Provider-Management im Fokus einer IT stehen, die ihre Services ausgelagert hat.
Der Aufbau eines entsprechenden Provider-Managements sollte von Beginn an Auslagerungsüberlegungen berücksichtigen. Diese Funktion übernimmt bereits im Ausschreibungsprozess eine wichtige Rolle, da in dem Zusammenhang auch über das Zusammenarbeitsmodell mit den entsprechenden Rollen, Gremien und Prozessen diskutiert wird und diese inklusive der Service Levels vertraglich festgelegt werden. Ohne Teilhabe des Provider-Managements am Prozess bzw. Beachtung der Steuerungsfunktion im späteren Daily Business kommt es zu Versäumnissen in der vertraglichen Grundlage oder zu Regelungen, die in der Organisation später nicht überwacht oder umgesetzt werden können. Oder anders gesagt: Der- oder diejenige, der die Suppe später auslöffeln muss, sollte auch bei der initialen Ausarbeitung schon eingebunden sein.
Existiert bereits eine Provider-Management-Organisation, muss diese gegebenenfalls im Zuge einer neuen Outsourcing-Partnerschaft zusammen mit der IT eine Transformation durchlaufen. Wenn beispielsweise eine Umstellung der Organisation von Single Provider Sourcing zu Multi Provider Sourcing erfolgt oder von On-Prem-Services zu Cloud-Services gewechselt wird, greifen andere Steuerungsmechanismen und die Provider-Management-Organisation mit ihren Prozessen muss dementsprechend aufgestellt werden.
Es ist nie zu spät, Provider Management zu implementieren – je früher dies geschieht, desto besser entwickelt sich die Zusammenarbeit mit dem aktuellen Provider und desto strukturierter kann die interne IT ihre Services liefern bzw. sich durch eine straffe Organisation der Mehrwertlieferung widmen. Wenn Sie das beachten, stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen nicht in eine ähnliche Situation kommt, wie die einleitend beschriebene und verhindern so entgangene hohen Summen oder größere Schäden.
Kontaktieren Sie mich gerne! Ich freue mich auf Ihre Anfrage.
