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Artikel von:
Luisa Linnemann
Luisa Linnemann
Consultant
Christian Reinsch
Management Consultant
Retail-IT im Wandel Teil 2

Technologien und IT-Strukturen im Einzelhandel

Technologie als strategische Grundlage

Technologie ist Mittel zum Zweck. Insbesondere im Einzelhandel bzw. Discount. Eine stabile, flexible, integrierte, sichere und zukunftsorientierte IT-Infrastruktur ist die Voraussetzung dafür, dass der technologische Wandel gelingt. IT soll dabei helfen, Geschäftsprozesse zu optimieren und zu skalieren. Gleichzeitig muss sie für den Menschen einfach und transparent nutzbar sein. Dieser Artikel nennt die technologischen Grundlagen, die dafür notwendig sind.

Der technologische Wandel im Einzelhandel verläuft rasant und stetig. Die Treiber hinter diesen Veränderungen sind zum einen die Kunden. Soziale Medien, jederzeit verfügbare Informationen und Vergleichsmöglichkeiten fördern die starke Fokussierung auf die eigenen Bedürfnisse. Durch den generellen Wandel der im Alltag genutzten Technologien verändern sich auch die Einkaufsroutinen.

Zum anderen suchen Unternehmen mit Unterstützung neuer Technologien ein Alleinstellungsmerkmal im Markt. Durch Omnipräsenz, ständige Erreichbarkeit und personalisierte Vorschläge. Wer hier nicht mitzieht, verliert Kunden!

Technologie ist eng verbunden mit den anderen Dimensionen des im Rahmenartikel beschriebenen Dreiecks aus Technologie, Prozessen und Menschen:

  • Technologie beeinflusst Prozesse und erfährt Anpassungen durch Innovationen.
  • Technologie ermöglicht es, Geschäftsprozesse abzubilden.
  • Mitarbeitende nutzen die Technologie, um Informationen in und für Geschäftsprozesse zu verarbeiten.
  • Kunden verbinden sich mit den Dimensionen, um die Bedürfnisse des täglichen Lebens zu befriedigen.

Typische Technologie-Herausforderungen

Netzinfrastruktur bei verteilten Standorten

Trotz des stetig wachsenden Onlinehandels ist der stationäre Handel nach wie vor unverzichtbar. Die daraus resultierenden hunderte bis tausende Filialen werden sich trotz aller Bemühungen zur Vereinheitlichung stets unterscheiden, etwa bezüglich IT-Ausstattung, Größe oder Umfeld.

Dennoch ist eine einheitliche zentrale Steuerung sinnvoll. Die Standorte sollten über gesicherte, leistungsfähige Verbindungen mit der zentralen IT vernetzt sein.

Nach unseren Erfahrungen gibt es eine Evolution der Technologie im Umfeld der Weitverkehrsnetze. Klassische VPN (Virtual Private Network)-Verbindungen werden in größeren Umgebungen sukzessive von software-definierten Netzen (SD-WAN) oder gar teilweise von cloudbasierten und den Netzwerkrand stärkenden Technologien wie Secure Access Service Edge (SASE) verdrängt.

All diese Technologien vereint das Ziel, Systeme und Netzwerke mittels verschlüsselter Kommunikation über unsichere Medien wie das Internet zu verbinden. Daten werden geschützt, indem eine virtuelle private Verbindung zwischen den Kommunikationspartnern hergestellt wird.

  • Für eine geringere Anzahl an Standorten kann ein klassisches VPN ausreichen, weil die Netzwerktopologie, der Datenverkehr und die Verwaltungskomplexität in solchen Szenarien überschaubar bleiben.
  • SD-WAN ist eine Netzwerktechnologie, die verschiedene Internetverbindungen intelligent steuert und optimiert. SD-WAN bietet auch für größere Umgebungen eine vom Leitungsmedium unabhängige, skalierbare und redundante Lösung. Zudem ermöglicht es ein hybrides Vorgehen bezüglich Cloud/ On-Premise oder Out-/ Insourcing.
  • SASE ist eine aktuelle Weiterentwicklung des SD-WAN Ansatzes, der zusätzliche Sicherheitsarchitekturen wie z.B. Zero Trust Network Access (ZTNA) in einem ganzheitlichen Ansatz ergänzt.

    Alle Varianten haben Vor- und Nachteile. Bei der Wahl der passenden Lösung müssen die Faktoren Kosten, Komplexität, Skalierbarkeit, Security und Anwendungsfälle betrachtet werden.

Komplexität der IT-Umgebung
Die Komplexität der bestehenden Umgebung – organisatorisch, prozessual und technisch – steht einer einfachen Einführung neuer Technologien meist entgegen.

Durch gewachsene Strukturen existieren unterschiedliche Filial- oder Warenwirtschaftssysteme in diversen Revisionen. Hierzu gehören POS-Terminals, Handscanner, elektronische Preisschilder (ESL), Tablets für Mitarbeitende, Kundeninformationssysteme, Kühlgeräte, Kameras und vieles mehr.

Hinzu kommen verschiedene Anwendungen, Schnittstellen und Datenquellen. Diese Vielfalt führt zu erhöhtem Aufwand bei Wartung, Anpassung und Wiederherstellung. Betriebs- und Supportmitarbeitende müssen die Besonderheiten der unterschiedlichen Systeme kennen.

Eine empfohlene Maßnahme ist die Standardisierung mithilfe eines strukturierten, strategischen Ansatzes. Zunächst wird durch eine Bestandsaufnahme Transparenz geschaffen, um die dringlichsten Handlungsfelder im Hinblick auf Kosten und Nutzen zu identifizieren. In der Planungsphase werden dann technologische Standards definiert, das Anwendungsportfolio konsolidiert und Evaluierungen bezüglich Cloud- und Provider-Strategie durchgeführt.

Begleitend ist eine zentrale Datenbasis zu schaffen, die das IT-Governance- und Architekturmanagement unterstützt.

Belastungsspitzen und Performance-Anforderungen
Zu Stoßzeiten (z.B. Wochenende, Feiertage) oder während Aktionszeiträumen (z.B. Black Friday) ist die IT-Infrastruktur besonders gefordert. Überlastungen können zu Verzögerungen in den Abläufen führen. Systemausfälle machen im Extremfall die vorübergehende Schließung von Filialen erforderlich. Daraus resultieren Umsatzeinbußen und Reputationsschäden.

Neben der sorgfältigen Planung der Netzinfrastruktur sind die Verfügbarkeit und die Performance von Applikationen und Systemen entscheidend. Dies wird bis heute häufig durch den Einsatz von geclusterten Systemen und Stapelverarbeitung gelöst. Moderne IT-Lösungen bieten mittlerweile jedoch flexiblere Möglichkeiten.

Edge Computing, also die Verlagerung bestimmter Prozesse näher an die Filialen, kann die zentralen Systeme entlasten. Die Aufbereitung und Analyse von Daten kann teilweise dort erfolgen, wo die Informationen direkt benötigt werden. Nur die Ergebnisse werden bei Bedarf an die Zentrale übermittelt. Diese Variante kann beispielsweise für Kundeninformationssysteme, lokale Überwachung oder IoT-Geräte eingesetzt werden.

Die Fähigkeit der IT-Infrastruktur und der Applikationen zur elastischen Skalierung im Zusammenspiel mit cloudbasierten Diensten sorgt dafür, dass Belastungsspitzen automatisch und dynamisch abgefedert werden. Ressourcen und Instanzen werden dabei dem Bedarf entsprechend erweitert oder reduziert und Leerlaufressourcen vermindert. Das manuelle Einrichten und Verwalten von Instanzen entfällt. Microsoft Azure oder AWS sind Beispiele für Anbieter derartiger Lösungen. Nutzungsabhängige Preismodelle bieten zudem die Möglichkeit für Einsparungen gegenüber fixen Infrastrukturkosten.

IT-Sicherheit und Datenschutz
Ein Mangel an IT-Sicherheit und Datenschutz kann für Einzelhändler existenzbedrohende Folgen haben. Darüber hinaus ist der Lebensmitteileinzelhandel ein Grundpfeiler der modernen Gesellschaft, da er menschliche Grundbedürfnisse, beispielweise die Lebensmittelversorgung, deckt. Daher ist es wirtschaftlich und rechtlich unverzichtbar, in Datenschutzmanagement, IT-Sicherheitskonzepte und Mitarbeiterschulungen zu investieren.

Die Anforderungen an die IT-Sicherheit und den Datenschutz sind umfangreich. Hierzu zählen:

  • gesetzliche Anforderungen (DSGVO, Umgang mit Kundendaten, Zahlungsverarbeitung)
  • technische Aspekte (Absicherung verteilter Systeme, physische Zugriffsmöglichkeiten etwa in Filialen)
  • organisatorische Maßnahmen (Schulungen, Richtlinien)

Die Umsetzung erfolgt durch:

  • Analyse des Erfüllungsgrads der gesetzlichen Pflichten und Ableitung von Maßnahmen
  • Absicherung mithilfe geeigneter technischer Hardware und Einführung eines Information Security Management Systems (ISMS)
  • Aufbau interner Organisationsstrukturen für CISO (Chief Information Security Officer) und CDO (Chief Digital Officer)
  • Mitarbeiterschulungen zur Sicherstellung der Kenntnis und Einhaltung der Richtlinien

Dies ist ein kontinuierlicher Prozess, der regelmäßig überprüft und angepasst werden muss –insbesondere angesichts steigender Cyberrisiken.

Ist Ihre IT-Landschaft bereit für den nächsten Technologiesprung?

Technologie sorgt dafür, dass alle erforderlichen Informationen über den Warenwirtschaftskreislauf an allen notwendigen Stellen bekannt sind und von Menschen oder KI mithilfe von Tools und Prozessen bewertet und verarbeitet werden können. Technologie dient als Werkzeug und kann, abhängig von den eingesetzten Lösungen, Informationen schneller oder langsamer bereitstellen.

Und Technologie ist die Basis für die Etablierung effektiver Prozesse, die von Mitarbeitenden und Kunden genutzt werden können. In einer zunehmend digitalisierten Handelswelt entscheidet eine starke, zentral gesteuerte IT über Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit – insbesondere bei Unternehmen mit zahlreichen Filialen.

Im Store der Zukunft können mit den richtigen Grundlagen moderne Technologien eingeführt werden, die smarte Einkaufserlebnisse und neue Services ermöglichen, die den Alltag erleichtern. Dazu zählen beispielsweise:

  • Self-Checkout, Scan & Go, App-basierte Loyalty-Programme oder AR-Shopping
  • Personalisierte Empfehlungen durch KI, Indoor-Navigation im Store, kontaktloses Bezahlen oder digitale Umkleidekabinen
  • KI-gestützte Warenprognosen und Kundenanalysen
  • Omni-Channel-Lösungen und Echtzeit-Bestandsführung
  • IoT im Store (Sensoren, Kameras, digitale Regale)
  • Vollintegrierte Systeme zwischen Online und Offline

Erreicht werden kann all dies durch durchdachte IT-Architekturen und IT-Governance, standardisierte Technologien und eine zentrale Steuerung, die dennoch lokal flexibel bleibt.

Wir unterstützen Sie bei der Auswahl und der Einführung moderner Retail-Technologien und den damit verbundenen Entscheidungen und Herausforderungen. Mit uns erreichen Sie flexible IT-Architekturen, eine schnellere Time-to-Market, Kostensenkung durch eine moderne Infrastruktur und eine höhere Innovationsgeschwindigkeit. Sprechen Sie uns an!

Christian Reinsch

Management Consultant


+49 151 - 11 44 38 77

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Retail Consulting. Einzelhandel der Zukunft.

Kaum etwas ist wichtiger als der Handel, um die Grundbedürfnisse unserer Gesellschaft zu erfüllen. Doch wie die Gesellschaft selbst stehen auch Retailer enormen Herausforderungen gegenüber. Von ihnen wird in einer volatilen Zeit die kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle gefordert, um stets den Kundenerwartungen gerecht zu werden. Jahrzehnte alte Erfolgsrezepte stehen auf dem Prüfstand, Mitarbeitende spüren Unsicherheit. Wer jetzt nicht reagiert, wird auf der Strecke bleiben. Wir zeigen Ihnen, warum Sie als Retailer der Zukunft positiv entgegenblicken können, wenn Sie uns an Ihrer Seite haben.

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