Smart Home

Smarte Apps für Mietwohnungen - Use Cases und Vorteile.

Rabatte durch CO2 Reduktion? Fitnessstudio im Mehrfamilienhaus? Was bald aus den USA nach Deutschland kommt und wie Cassini das Wohnen digitalisiert.

In Zeiten allgegenwärtiger Digitalisierung und Smartphones, das als omnipräsentes Multitalent in immer mehr Prozesse eingebunden wird, stellt sich die Frage, warum diese Entwicklung bisher so wenig positive Auswirkungen auf den Kontakt zwischen einem Mieter/einer Mieterin und dem Vermietenden hat. Standardisierte Geschäftsprozesse wie das Versenden von Abrechnungen, das Bereitstellen von Verbrauchsinformationen und das Angebot einer ersten Kontaktaufnahme können heute bereits mit geringem Aufwand an zentraler Stelle über eine geeignete App oder Website angeboten werden. Das spart Zeit, damit Geld und meist auch Nerven. In diesem Artikel geben wir einen Einblick, warum ein derartiges Angebot die Kommunikation zwischen Mieter:in und Vermieter:in erleichtern kann, welche Anforderungen speziell der Mieter/die Mieterin hierbei stellt und wie eine Umsetzung aussehen kann.

Aus Sicht des/der Mieters/Mieterin muss eine solche Lösung vor allem eines bieten: Erleichterung! Durch die Vereinfachung bestehender Prozesse wird die Akzeptanz beim Anwendenden aufgebaut, gleichzeitig können hier neue Services angeboten werden. Es gilt also alle bestehenden Interaktionen in der Lösung anzubieten und dauerhaft verfügbar zu halten. Auf diese Weise können dem Mieter/der Mieterin vollautomatisiert verschiedene Informationen zur Verfügung gestellt werden, von der Wohnungsgeberbescheinigung beim Einzug bis hin zur monatlichen Energieverbrauchsinformation. Wir haben die Möglichkeiten anhand verschiedener Use Cases aufbereitet und das Konzept exemplarisch visualisiert.

Use Case 1: Energiemonitoring

Der erste Anwendungsfall beschreibt die minimale Ausgestaltung einer solchen App und ist für viele Liegenschaften bereits umsetzbar. Es werden die Bedürfnisse zur Kostenreduzierung und Vereinfachung der Mieter:in-Vermieter:in-Kommunikation angesprochen und noch dazu eine Möglichkeit geschaffen, wie der Vermieter/die Vermieterin aktuellen gesetzlichen Anforderungen leichter nachkommen kann. Ziel ist es, eine einfache Kommunikation zu ermöglichen. Hierzu zählt ebenfalls die Umsetzung der in der EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED) geforderten und ab 2022 auch verbindlich in deutschem Recht umgesetzten Verpflichtung den Mieter/die Mieterin monatlich über seinen/ihren Energieverbrauch zu informieren. Durch diese Datenverfügbarkeit entsteht Transparenz und der Mieter/die Mieterin kann in monatlicher Auflösung den Verbrauch und damit die Kosten nachvollziehen und frühzeitig reagieren. Durch die Visualisierung der Daten in der App wird die Analyse erleichtert und es können bei Angabe des Verbrauchspreises die Kostenauswirkungen dargestellt oder alternative Versorgungsverträge angeboten werden.

Zur Erleichterung der Kommunikation dient vor allem die zentrale und papierlose Bereitstellung von Dokumenten, sodass diese jederzeit vorliegen.

Exemplarische UX-Darstellung: Bills & Documents

Use Case 2: Gamification & Incentivierung mit Smart Home

Eine deutliche Erweiterung des ersten Anwendungsfalls erfährt das Modell durch die Möglichkeit zur Interaktion mit intelligenten Geräten. Durch die Bereitstellung von verschiedenen Smart Home Devices wird ein neues Geschäftsmodell erschlossen. Die Geräte werden dem Mieter/der Mieterin gegen einen monatlichen Betrag zur Verfügung gestellt und so nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal am Markt, sondern auch eine zusätzliche Einnahmequelle erschlossen. Empfehlenswert ist hier die Organisation der Geräte in buchbaren Paketen mit jeweils individuellem Leistungsumfang.

Das Paket "Sicherheit" wird als kostenlose Grundausstattung angeboten. Standardmäßig enthalten ist hier ein Gateway zur Internetanbindung der Geräte sowie fernwartbare Rauchwarnmelder. Durch den Einsatz fernwartbarer Technologie werden dem Mieter/der Mieterin störende Termine zur Vor-Ort-Wartung der Geräte erspart, gleichzeitig vermeidet der Vermieter/die Vermieterin die Kosten für derartige Technikeinsätze. Durch das Gateway entsteht zusätzlich die Möglichkeit zur Fernauslesung der Medienzähler in den Stockwerken sowie der Steuerung Intelligenter Geräte wie bspw. der Treppenhausbeleuchtung.

Erweiterungspakete, die durch den Mieter/der Mieterin hinzu gebucht werden können, sind dann beispielsweise die intelligente und komfortable Steuerung der Heizung oder des Lichts oder auch zusätzliche Überwachungsmöglichkeiten wie Bewegungsmelder oder Türkontakte. Grundsätzlich lassen sich hier Leistungsumfänge im Rahmen der verfügbaren Smart Home Lösungen definieren. Dabei kann der Mieter/die Mieterin frei entscheiden, worauf er/sie Wert legt, Kosten- und Energieeinsparung durch die Intelligente Steuerung lassen sich hier an unterschiedlichster Stelle realisieren.

Exemplarische UX-Darstellung: Dashboard

Auch innovative Gamification-Ansätze sind auf dieser Grundlage umsetzbar. So kann der Mieter/die Mieterin auf Basis anonymisierter Vergleiche seinen/ihren Energieverbrauch und die damit verbundene CO2-Emission bewerten, steuern und spielerisch optimieren. Diese Incentivierung kann durch die Kooperation mit regionalen Partnern verstärkt werden. Die nahegelegene Bäckerei kann einen Rabatt für die Top 20 % CO2-Reducer anbieten. So funktioniert Marketing und Umweltschutz zugleich.

Exemplarische UX-Darstellung: CO2 Ranking & Local Discounts

Use Case 3: American Model & Newsflash

2019 war ich im Silicon Valley und habe über das Thema Smart City auf der IoT World gesprochen. Als wir nach der Veranstaltung bei einem Business Partner in Los Angeles zu Besuch waren und über Immobilien-Investments sprachen, berichtete er von den Veranstaltungen, die in seinem Wohnkomplex in Allgemeinflächen von lokalen Unternehmen und Start-ups aus der Region veranstaltet werden (Aufenthaltsraum, GYM, Pool und Grill-Bereich): Fast alle drei Wochen sponsert der lokale Internetanbieter, diverse TV-Provider oder neue Food Start-ups einen Brunch, ein BBQ oder einen Cocktail-Abend und sorgt dabei für einen hervorragenden Austausch zwischen den Nachbarn und der Community. Des Weiteren gab es Gemeinschaftsräume mit Waschmaschinen und Trocknern – hier wurde bemängelt, dass die Hausverwaltung zwar ein bargeldloses Kartensystem anbieten würde, diese Karten aber nur am Empfang aufgeladen werden können, zu dem wüssten die Bewohner auch nie, ob eine Maschine belegt oder frei ist.

David Geier, Strategieexperte

Aus dieser Erfahrung entstand die Idee zum „American Model“ als weiteren Digital Service.
Durch die Erweiterung der vorgestellten App-Lösung wird das „American Model“ schon bald den deutschen Markt erreichen. Gerade in Deutschland werden Attribute wie Ruhe und Privatsphäre im Wohnraum besonders geschätzt, sodass bei den in Deutschland neu entstehenden Gemeinschaftsflächen in Wohnkomplexen besonders auf z. B. verstärkten Schallschutz geachtet werden muss. Mit einer Kalender-Funktion in der Mieter-App kann nun eingesehen werden, wann Veranstaltungen von lokalen Unternehmen angeboten werden.

Diese Unternehmen können sich auch wie oben in der Abbildung gezeigt (Siehe in Abbildung CO2 Ranking & Local Discount) mit Rabatten beteiligen, wenn gewisse Ziele für die nachhaltige Verbesserung der Region erfüllt werden. Ein weiteres Feature ist der Newsflash. Hier gibt es Neuigkeiten zum Wohnkomplex. Zum Beispiel: „Keine Einfahrt heute in die Tiefgarage - Grundreinigung“ oder das in der Nähe ein Marathon stattfindet und die Parkplätze vor dem Haus geräumt werden müssen.

Gemeinschaftsgeräte wie Waschmaschinen werden in der Applikation ebenfalls als „Digitaler Zwilling“ abgebildet, hier kann der Mieter/die Mieterin sehen, welche Maschinen frei sind, wie lange die Wäsche noch benötigt, und die Bezahlung z. B. direkt über PayPal oder die Kreditkarte abwickeln.

Exemplarische UX-Darstellung: Shared Services and Payment am Beispiel Washing

Des Weiteren kann die Applikation auch für Buchungen im GYM, am Pool oder auf anderen Gemeinschaftsflächen genutzt werden. Einen Vorteil hat dies vor allem in Pandemiezeiten, wo auch Kapazitätsgrenzen hinterlegt werden können. Hinter der Applikation steckt aber noch mehr - der Kalender arbeitet mit einer KI und Data Analytics. Diese helfen auf Grundlage historischer Daten (natürlich anonymisiert), die besten freien Zeiten, zum Beispiel für den GYM-Bereich, zu finden. Wir nennen das “Predictive Time Slot Booking”. Die App kann zudem eine Plattform zum Austausch zwischen den Bewohnern und Bewohnerinnen durch einen virtuellen Chat-Raum sein. Natürlich kann der Kalender mit weiteren Kalendern, wie bspw. Gmail, synchronisiert werden.

Exemplarische UX-Darstellung: Shared Space Manager

Wenn Sie gemeinsam mit uns neue innovative Konzepte für vernetzten Wohnraum schaffen möchten, kommen Sie auf unsere beiden Experten Sascha Kaldewei und David Geier zu. Sie beraten Sie von der Strategie, über das UX-Design der App und Data Analytics bis zur Auswahl des richtigen IoT-Sensor-Ökosystems.

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