Praxisbeispiele Künstliche Intelligenz
Keine Zukunftsmusik

Fünf Beispiele wie Künstliche Intelligenz bereits heute unseren Alltag beeinflusst

Kürzlich machte eine KI Schlagzeilen, die als Roboter nicht nur über ein realistisch humanoides Aussehen verfügt, sondern  auch in der Lage ist, einen Pinsel zu schwingen. Die KI Ai-Da gilt als der erste Roboter, der selbstständig Kunst erschafft. Wobei der Begriff Kunst hier schon sehr weit gefasst werden muss, denn Ai-Da und ihre „Kunstwerke“ stoßen nicht überall auf Begeisterung, schon gar nicht unter Künstlern.
Auch der Fall einer KI, die selbstständig eine Fortsetzung der Fantasy-Reihe „Harry Potter“ schrieb, löste vor einigen Jahren durchaus gemischte Gefühle aus. (Spoiler Alert: Große Literatur geht anders.)
Dennoch: Die Grenzen dessen, wozu künstliche Intelligenz in der Lage ist, verschieben sich immer mehr. Doch der Gedanke, dass Roboter kreativ-schöpferisch tätig sein können – in welchem Ausmaß auch immer – löst bei den meisten Menschen vor allem Unbehagen, teils auch regelrechte Abneigung aus. Hier geht es nicht nur um ethische Fragen, sondern vor allem um die philosophische Frage, was das Menschsein selbst ausmacht. Dabei imitiert KI nur menschliche Denk- und Handelsprozesse, um mithilfe von Soft- und Hardware bestimmte Abläufe zu automatisieren, zu beschleunigen oder zu präzisieren. Kurz gesagt: KI verfolgt das Ziel, unser Leben einfacher zu machen. Doch gelingt das auch?

Künstliche Intelligenz als Grundkompetenz?

KI wird vor allem in den nächsten Jahren einen enormen Einfluss auf unser Leben und unseren Alltag nehmen. Schon heute haben wir beinahe täglich mit Anwendungen zu tun, die auf künstlicher Intelligenz basieren – ob mittels digitaler Assistenten wie Alexa und Siri, oder auch im Online-Einkauf, in der Online-Kommunikation oder in der Logistik. Moderne Spamfilter arbeiten heute bereits mit KI, die in E-Mails Muster erkennt und, daraus abgeleitet, eigenständige Entscheidungen trifft und die E-Mail entweder anzeigt, oder in den Spamordner verfrachtet.
Künftig wird der Umgang mit und die Entwicklung von künstlicher Intelligenz zu einer Grundkompetenz werden, die auch außerhalb des Informatikbereichs relevant ist. Wie sehr Machine Learning, Neuronale Netze und Robotic Process Automation bereits unsere Arbeitswelt und unseren Alltag verändern, zeigt sich bereits jetzt.
Künftig wird KI nicht nur in Handel, Verkehr, Logistik und Medizin eingesetzt werden, sondern verstärkt bei der Führung von Unternehmen und Mitarbeitern eine fundamentale Rolle spielen, beispielsweise indem sie verschiedene Führungsstrategien analysiert und auswertet. Und überhaupt: Aktuelle Studien, wie beispielsweise von Microsoft, zeigen, dass eine erfolgreiche Unternehmensführung nicht nur die Führung von Menschen, sondern auch die von Maschinen gewährleisten muss.
Will heißen: Je mehr Prozesse automatisiert werden, umso wichtiger werden Soft Skills wie Empathie, Einfühlungsvermögen, und Ethik, gerade im  Bereich der Mitarbeiterführung.
CEOs müssen nicht nur wissen, wie sich KI im Unternehmen einsetzen lässt, sie brauchen vor allem eine klare Vision davon, wie sich das gesamte Team auf die digitale Transformation vorbereiten und ausrichten kann. Dabei muss vor allem Klarheit darüber herrschen, wo Optimierungspotenzial vorhanden ist und was KI in diesem Zusammenhang überhaupt leisten kann, soll und vor allem darf. Gerade in sensiblen Bereichen können Betriebsrat und Datenschutzbeauftragte gar nicht früh genug kontaktiert werden, um spätere Probleme zu vermeiden. Klar ist: KI kann Mitarbeiter entlasten, sodass sie mehr Ressourcen für komplexere Aufgabenfelder haben, was wiederum die Produktivität erhöht, doch vor allem verändert sie das Denken und die Arbeitsweise ganzer Generationen.
Laut einer aktuellen Studie der Harvard Business Review werden Ethik und Empathie in Zeiten von KI eine weit größere Rolle im Arbeitsleben spielen als bisher. Nur wer als Arbeitgeber Vertrauen schafft und ein solides Verständnis für die Potentiale von Mensch und Maschinen mitbringt, wird in der Lage sein, nachhaltig erfolgreiche digitale Unternehmen zu leiten.

CEOs müssen nicht nur wissen, wie sich KI im Unternehmen einsetzen lässt, sie brauchen vor allem eine klare Vision davon, wie sich das gesamte Team auf die digitale Transformation vorbereiten und ausrichten kann.

Künstliche Intelligenz als Innovationsbeschleuniger – 5 Best Practice Beispiele

Die Bundesregierung wünscht sich, dass Deutschland künftig ein führender Standort für KI wird und stellt dazu über drei Milliarden Euro zur Verfügung, um diese Entwicklung voranzutreiben, denn sie sieht in künstlicher Intelligenz zu Recht einen enormen Innovationsbeschleuniger. Täglich erscheinen neue KI-Anwendungsfelder in Form von Apps, Technologien und Strategien - in der Medizintechnik, in der Mobilität, im Kundenservice und in nahezu jeder anderen Branche. KI erscheint wie der heilige Gral der digitalen Transformation, doch wie schafft sie wirklichen Mehrwert für ein Unternehmen? Fünf Praxisbeispiele aus verschiedenen Gewerken zeigen, wie KI schon heute Prozesse optimiert:

Mobilität: Google Tochter Waymo

Schon lange forscht Google am Thema Künstliche Intelligenz (z. B. auf seinen Forschungsplattformen DeepMind und TensorFlow). Der Internetgigant verfügt darüber hinaus über die wichtigste Ressource, die für künstliche Intelligenz nötig ist: Daten.
Wie Google die Ergebnisse seiner KI-Forschungen und die massenhaft gesammelten Daten in innovative Geschäftsmodelle übersetzt, zeigt sich am Beispiel der Geschichte von Waymo, einer Tochterfirma von Google:
Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus Googles hauseigenen Forschungen kommen heute in fast allen Google-Produkten zum Einsatz. Einer der KI-Bereiche, in denen Google derzeit federführend ist, betrifft selbstfahrende Autos: Mit seinem Tochterunternehmen Waymo hat Google seine Software „Google Chauffeur“ zur Marktreife gebracht. Wenn es nach Google geht, soll der Fokus langfristig nicht auf dem Verkauf von selbstfahrenden Autos liegen, sondern vielmehr auf Serviceleistungen: Weil der Trend zu immer weniger Privatfahrzeugen geht, will Google künftig auf fahrerlose Taxis setzen.
Damit hat Google gleich zwei Zukunftstrends erkannt und zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell gemacht.

Onlinehandel: Zalando

Am Beispiel des Online-Händlers Zalando zeigt sich der Nutzen von KI zur Kundenbindung: Zalando setzt auf künstliche Intelligenz, um den Usern personalisierte Einkaufserlebnisse zu verschaffen. Das geht jedoch viel weiter, als die inzwischen übliche Empfehlung von Produkten anhand einer vorangegangenen Analyse des Einkaufs- und Suchverhaltens. Vielmehr haben UserInnen mit der Zalando-App die Möglichkeit, beliebige Kleidungsstücke zu fotografieren, hochzuladen und direkt mit dem Angebot auf der Zalando-Website zu vergleichen.

Kommunikation: Swisscom

Chatbots werden nicht nur in der Kundenkommunikation mit Erfolg eingesetzt, sondern können auch die interne Kommunikation in einem Unternehmen verbessern: Beim Schweizer Telekommunikationsunternehmen Swisscom reserviert der hauseigene Chatbot beispielsweise Meetingräume, vereinbart Termine oder erinnert die MitarbeiterInnen an bald überfällige Urlaubstage und koordiniert diese auch noch mit denen der KollegInnen.

Fertigung und Produktion: Audi mit Arculus

In Zusammenarbeit mit dem Ingolstädter Start-up Arculus hat Audi seine Produktionsprozesse optimiert. Modulare Montage heißt diese Neuerung, bei der das Fließband obsolet gemacht wird: Ein Auto wird nicht mehr nach strikten Abläufen und einer festen Reihenfolge am Fließband zusammengebaut, sondern von Robotern frei durch die Montagestraße transportiert. Die KI errechnet, welche Arbeitsschritte wann und wo vorgenommen werden können, und schickt die Roboter mit der Karosserie automatisch zur nächsten freien Station um bestimmte Bauteile zu montieren. Dabei setzt Audi ganz auf parallellaufende Produktionsprozesse, sodass die Produktionsleistung um 20 Prozent höher liegt, als bei der herkömmlichen Fließbandproduktion.

Logistik: Amazon

Auch in den Logistikzentren von Amazon arbeitet man nach einem ähnlichen Prinzip: Die KI-gesteuerte Lagerlogistik basiert im Wesentlichen auf dem Prinzip der chaotischen Warenlagerung. Den Artikeln wird kein fester Lagerplatz mehr zugeordnet, stattdessen werden sie, je nach Platzangebot, dynamisch in der Lagerhalle hin und her bewegt. Ganz nach dem Motto: „Wissen wo es steht“, erkennt die KI jedoch sofort, wo welcher Artikel zu finden ist.

Klar ist: KI wird sich in den nächsten Jahren zu einem der wichtigsten Wettbewerbsvorteile entwickeln, und wird maßgeblich darüber entscheiden,  ob ein Unternehmen zukunftsfähig ist, oder nicht. Um die Industrie 4.0 voran zu bringen, braucht es jedoch weit mehr als Algorithmen und Roboter: Es braucht ein völlig neues Mindset und Menschen, die in der Lage sind, digitale Zukunftsvisonen nicht nur bis zum Ende durchzudenken, sondern auch zu einer praktikablen und ethisch sauberen Anwendung zu bringen. Dann aber steht dem endgültigen Durchbruch von künstlicher Intelligenz nichts mehr im Wege.

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