
Vorbereitet sein in einer Welt des stetigen Wandels – das ist seit jeher die Basis der Versicherungbranche. Wie wichtig dieses Credo derzeit ist, zeigt sich bei einem Blick in die Schlagzeilen:
Unsere Welt verändert sich derzeit rasanter und disruptiver als jemals zuvor. Der demografische Wandel, neue technologische Trends, die zunehmende Digitalisierung, der verstärkte Einsatz von Artificial Intelligence in allen Lebensbereichen, aber auch die Entwicklung von Unternehmen und Wettbewerbern – all das wird sich in den kommenden Jahren disruptiv auf Versicherer und ihre Arbeitsprozesse auswirken.
Wie können Versicherungen mit diesen Veränderungen umgehen und sogar Nutzen daraus ziehen?
Die Antwort auf diese Frage lautet: Disruptiere dich selbst, bevor es andere tun.
Künftige Veränderungen, Disruptoren und Einflussfaktoren frühzeitig im Blick zu haben, lohnt sich also, denn nur so können wir rechtzeitig reagieren.
Wir haben sechs disruptive Einflussfaktoren auf die Versicherungsbranche ermittelt.
Neue Technologien, allen voran die künstliche Intelligenz, werden in den kommenden zehn Jahren die zentrale Rolle in der Arbeitswelt spielen.
Dazu zählen, neben dem Internet of Things, Blockchaintechnologien und Cloud Services vor allem auch Artificial Intelligence. Diese vier Säulen bilden die Basis für eine hyperflexible Produktentwicklung.
• AI wird im Bereich Versicherungen aufgrund verbesserter Analysetools zu erheblichen Kostenreduzierungen bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung führen.
• Cloud-Services zählen schon jetzt zum Standard in vielen Unternehmen. Aktuellen Studien zufolge, werden bis 2025 mehr als die Hälfte aller großen Unternehmen eine All-In-Cloud SaaS Strategie nutzen.
• IoT ist vor allem im Bereich Logistik und Produktion ein großes Thema. Die erhöhte Datenmenge durch vernetzte Maschinen, Bauteile und Produktionsstrecken stellt jedoch auch ein gewisses Sicherheitsrisiko dar. Hier bietet sich für (Firmen-)versicherungen eine riesige Produktpalette bestehend aus Cyberversicherungen, Schadensversicherungen und Ausfallversicherungen.
Unser Fazit: Versicherer dürfen die Entwicklung in Emerging Technologies nicht verpassen!
Es wird prognostiziert, dass die Gesamtbevölkerung Deutschlands aufgrund starker Alterung und zu geringer Geburtenrate bis 2030 auf 78,2 Mio sinken wird. Zugleich sinkt die Anzahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter, während diejenigen, die berufstätig sind, sich zunehmend vom althergebrachten Angestelltenverhältnis entfernen. Daraus ergeben sich diverse Veränderungen auch für die Versicherungsbranche:
Unser Fazit: Versicherer müssen den demografischen Wandel im Blick haben.
Megatrends wie zum Beispiel New Work, Globalisierung und Social Networks beeinflussen nachhaltig alle Bereiche von Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Kultur.
Zugleich hat nun die Corona Pandemie Einfluss auf diese Megatrends und beschleunigt, verlangsamt oder stoppt sie gar.
Unser Fazit: Eine Beachtung der Megatrends und deren Aufnahme in strategische Entwicklungen ist unerlässlich.
Wie auch die Gesellschaft, werden sich auch deutsche Firmen in den nächsten zehn Jahren grundlegend wandeln und entwickeln. In Zukunftsszenarien geht man davon aus, dass es vor allem in den Bereichen interne Strukturen und Unternehmenskultur zu grundlegenden Wandlungen kommen wird.
Unser Fazit: Eine kulturelle Wandlung, ein Mindset Change, sowie eine Weiterentwicklung der Führungskultur muss stattfinden, wenn Unternehmen zukunftsfähig bleiben wollen.
Mit dem gesellschaftlichen und technologischen Wandel verändern sich auch die Bedürfnisse der Kunden. Versicherungskunden verändern zunehmend ihr Kaufverhalten, informieren sich verstärkt online und erwarten von ihren Versicherungsdienstleistern ein hohes Maß an Flexibilität und Ansprechbarkeit. Noch sind die großen Platzhirsche und die klassischen Wettbewerber gut im Spiel, doch sie könnten in den nächsten Jahren zunehmend von neuen Playern und InsurTechs (z.B. GAFAM Tech Unternehmen) verdrängt werden.
Unser Fazit: Themen wie Data Management, Analytics, AI und Volatilität werden essentiell.
Die Gesellschaft steht vor großen sozialen und ökologischen Herausforderungen, die ein nachhaltiges Handeln und Wirtschaften zwingend nötig machen. Wirtschaft und Finanzbranche sind die Hauptakteure in den großen Transformationsprozessen und in hohem Maße dafür verantwortlich wie und ob beispielsweise das Pariser Klimaabkommen, die Agenda 2030 oder die Leitprinzipien für Menschenrechte der Vereinten Nationen umgesetzt werden.
Zugleich ist die Zukunftsfähigkeit jeder Branche in hohem Maße davon abhängig, wie sie in Sachen Nachhaltigkeit aufgestellt sind – das gilt auch und besonders für die Finanz- und Versicherungsbranche.
Der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung hat 31 Empfehlungen ausgesprochen, wie die deutsche Wirtschaft durch ein nachhaltiges Finanzsystem transformiert werden kann.
Es geht dabei um einen Politikrahmen, eine transparente Berichterstattung, einem funktionalen Wissensmanagement, um nachhaltige Finanzprodukte sowie der Verstetigung des Transformationsprozesses.
Die verantwortlichen Hauptakteure für diese Umsetzung sind, neben der Politik, die Finanzwirtschaft sowie die Realwirtschaft.
Unser Fazit: Sustainable Finance ist dabei der Schlüssel für die große Transformation, dem umfassenden Umbau von Technik, Ökonomie und Gesellschaft, um mit den sozialen und ökologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts umzugehen.