Digitalk-Interview

Interview mit Gero Fiege, Senior Manager Strategic Innovation von Dormakaba

Sicherheit bei Schließanlagen vs. Datentausch – wie ist das möglich? Und welche Allianzen sind der Schlüssel zum Erfolg? Wir führten ein kurzes Interview mit Gero Fiege, Senior Manager Strategic Innovation von Dormakaba.

Herr Fiege, mit Schließanlagen adressiert Dormakaba einen besonders sicherheitstechnischen und sensiblen Bereich innerhalb der Gebäudetechnik. Inwiefern ist die Diskussion über eine Plattformökonomie und Datenaustausch für Sie relevant?
Datenaustausch ist für uns natürlich ein wichtiges Thema. Hierbei muss man jedoch darauf schauen um welche Daten es sich handelt. Geht es um Sicherheitsaspekte, wie z. B. das Öffnen von Türen steht Sicherheit über allem. Wir arbeiten hierfür mit unserer Tochter Legic sehr eng zusammen, einem Spezialisten auf diesem Gebiet. Legic kümmert sich um den Versand von Schlüsseln oder Credentials, u.a. auch über Cloud-Systeme, die mehrfach in extrem sicheren Umgebungen verschlüsselt sind. So werden z. B. immer ein Hardwareanker und ein Secure-Element in unsere Schlösser eingebaut. Dabei handelt es sich um einen Chip mit einem sicheren Bereich, in dem ein Geheimnis zu sicherer Kommunikation bzw. zur Entschlüsselung gespeichert ist. Dies bedeutet somit, dass diese Kommunikation absolut sicher ist. Auf der anderen Seite sind wir natürlich interessiert, Daten im Sinne des Kunden und der Anwendung auszutauschen - dort wo es Sinn macht und der Sicherheitsaspekt es zulässt. Unter anderem organisatorische Daten, aber auch Rauminformationen, wie z. B. das Gebäude genutzt wird, sind in den Zutrittsanlagen hinterlegt, um bei Anwendungsfehlern direkt darauf zugreifen zu können. Zwischen diesen und sensiblen Daten gibt es eine klare Trennung. Sensible Daten müssen sicher und geschützt bleiben und werden nicht ausgetauscht, andere Daten schon.

Wie geht Dormakaba mit diesen Herausforderungen um? Wie können Sie in dem Kontext den Weg der herstellerübergreifenden Zusammenarbeit sicherstellen bzw. wie streben Sie das an?
Wir versuchen technologisch immer up2date zu bleiben. Es wird von vielen Herstellern versucht, über gute APIs (Programmier- und Plattformschnittstellen) den Austausch sicherzustellen.  Aus meiner Sicht ist es jedoch viel wichtiger, entsprechende Ökosysteme zu bilden. Dies geht aus meiner Sicht am Besten, indem man mit ausgewählten Partnern vorangeht, mit denen man gemeinsam bessere Services und gute Lösungen anbieten kann. Man sollte gemeinsame Lösungen und Produkte entwickeln, diese vorantreiben, aber dabei immer darauf zu achten, dass man offen gegenüber weiteren Partnern bleibt  - diesen Trend sollte man auch  später im Gebäude weiter unterstützen, um voll interoperabel zu werden. Interoperabilität heißt natürlich auch, dass auf Maschinen maschinell lesbare Informationen über vorhandene Datenquellen und Geräte im Gebäude ausgelesen werden können. Dies ist aus meiner Sicht auch der sinnvollste Weg. Man sollte versuchen die Schnittstellen so auszugestalten, dass ein flexibler Austausch von Informationen sichergestellt ist.

Wie stellt sich aus Ihrer Sicht das gegenseitige Vertrauen in der Branche, also Gebäude- und Systemtechnikbranche dar? Sind vertrauensvolle Partner und kleinere, branchenspezifische Allianzen der Schlüssel zum Erfolg?
Ja, ich denke schon. Zur Entwicklung des ganzen Ökosystems ist das sicher ein Schlüssel zum Erfolg. Da braucht man das Vertrauen in die Partner, die die gleiche Sicht haben und die genauso vertrauensvoll kooperieren wollen. Ich glaube, in diesem Bezug wandelt sich die Branche gerade auch. Natürlich gibt es immer noch Player, die versuchen, eher für sich zu bleiben und nicht so offene Modelle verfolgen. Dem gegenüber gibt es jedoch immer mehr vertrauensvolle Partner, die gemeinsam etwas erreichen wollen und die wissen, dass gegenseitiges Geben und Nehmen wichtig ist. Mit diesen Partnern kann man sehr gut Lösungen erarbeiten und gemeinsam Blaupausen für Kooperationsmodelle entwickeln.

Dieses Interview führte

Stephan Dufhues, Management Consultant, Cassini Consulting AG

Stephan Dufhues

Senior Management Consultant

stephan.dufhues@cassini.de
+49 211 - 65 85 41 33
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