
Ende September lud Veranstalter NetAcad zur jährlichen DATAGOVKON nach Stuttgart ein. Sie ist im deutschsprachigen Raum die größte Konferenz zu Data Governance und Treffpunkt für Verantwortliche aus verschiedensten, namhaften Unternehmen aus Deutschland und Europa. Einen Schwerpunkt bildeten neue Geschäftsmodelle dank Data und Governance. In diesem Beitrag habe ich die wichtigsten Take-aways für Sie zusammengestellt.
Starten wir zunächst mit einer Einordnung: Data Governance ist ein umfassender Prozess und ein Rahmenwerk zur Verwaltung von Daten in einer Organisation. Sie umfasst Regeln, Richtlinien, Standards, Verfahren und Verantwortlichkeiten, um sicherzustellen, dass Daten in einer Organisation auf effiziente, konsistente und sichere Weise erfasst, gespeichert, genutzt und geschützt werden. Die Hauptziele von Data Governance sind die Sicherstellung der Datenqualität, die Einhaltung von Vorschriften, die Risikominimierung und die Gewährleistung von Datenintegrität. Sie beeinflusst somit:
Data Governance ist ein entscheidender Bestandteil für Unternehmen in einer datengetriebenen Welt. Sie trägt dazu bei, Vertrauen in die Daten zu schaffen und stellt sicher, dass Daten als wertvolle Vermögenswerte behandelt werden. Durch eine zielgerichtete Data Governance kann die Wertschöpfung von Daten stattfinden und als Grundlage für Entscheidungen genutzt werden.

Auch auf der diesjährigen DataGovKon haben Vertreterinnen und Vertreter namhafter Unternehmen spannende Vorträge präsentiert – aus Industrie, Dienstleistung und Handel, von ALDI über Evonik bis Zurich.
Besonders auffällig war das anhaltende Interesse an der Einhaltung von Datenqualitätsrichtlinien, insbesondere bei produzierenden Unternehmen. Hier gibt es häufig eine Kluft zwischen den operativ Mitarbeitenden, die Daten sammeln, und denjenigen, die die Daten analysieren. Viele Unternehmen haben erfolgreich Strategien entwickelt, um die Vorteile einer verbesserten Datenauswertung direkt an die Produktionsabläufe zurückzuführen, wodurch die Compliance mit Datenqualitätsrichtlinien gestärkt wird.
Ein Schwerpunkt lag auch auf der Data Literacy, der Fähigkeit, Daten zu verstehen und daraus Schlüsse zu ziehen. Um von Daten zu profitieren, müssen Mitarbeitende diese zunächst verstehen können. Die Kommunikation von Data-Governance-Richtlinien spielte hier eine entscheidende Rolle. Mitarbeitende, die Daten erfassen, weitergeben oder verarbeiten, müssen genau wissen, welche Richtlinien gelten, um die Einhaltung zu gewährleisten.
Ein besonderes Highlight war der Vortrag von Michael Bendixen (LEGO Group), der einen informativen LEGO-Animationsfilm zu Data Governance präsentierte. Dieser veranschaulichte, wie wichtig eine zielgruppengerechte Kommunikation ist.
Ein weiteres Highlight war der Vortrag von Dr. Lisa Bechthold (Zurich Insurance Group) über KI-Governance. Sie beleuchtete die Anwendungsfelder und Chancen künstlicher Intelligenz im Versicherungsbereich und die damit einhergehenden Herausforderungen hinsichtlich Fairness und Transparenz. GenAI hat großes Potenzial, um Texte und Dokumente effizienter zu gestalten und Empfehlungen per ChatBot an Kunden zu ermöglichen. Dennoch werden weiterhin ethische Aspekte von Modellen für die Bewertung von Versicherungsrisiken erforscht, um sicherzustellen, dass ein ethischer und fairer Ansatz gewahrt bleibt.
Was in die den geschilderten Erfahrungen der Vortragenden ebenso wie in den Gesprächen in Pausenzeiten sichtbar wurde, ist, dass Data Governance immer angepasst sein muss an das Unternehmen.
Das deckt sich auch mit unseren Erfahrungen. Der Cassini-Ansatz lautet, für jedes Unternehmen Data Governance neu zu denken und Frameworks nur als Rahmen für die Entwicklung einer Data Governance unserer Kunden zu verwenden.