
Diesen Begriff hat jeder schon gehört: „Artificial Intelligence“ (AI) oder im Deutschen „Künstliche Intelligenz“ (KI). Spätestens mit der Einführung von ChatGPT Ende 2022 rückte die generative AI ins öffentliche Interesse. Und Generative KI wird im Alltag zunehmend wichtiger, da sie einer breiten Masse zugänglich ist. Aber was ist der Unterschied zwischen AI und Generative AI? Welche KI-Entwicklungen können wir in der Zukunft erwarten?
Künstliche Intelligenz ist ein Teilbereich der Informatik. KI funktioniert zwar mit einem Algorithmus, enthält aber keinen festen Lösungspfad: Vielmehr lernt die Künstliche Intelligenz eigenständig, um Aufgaben selbstständig zu bearbeiten und sich dabei flexibel an unbekannte Situationen anzupassen. Das heißt, Künstliche Intelligenz ist eine Technologie, die menschliche Fähigkeiten wie Denken, Lernen, Planen und Lösen von Problemen nachahmt und versucht, humane Lern- und Denkprozesse in Software zu übertragen. Artificial Intelligence ist also ein Computerprogramm, das mit neuronalen Netzen die Informationsverarbeitung des Gehirns imitiert:
Das Navigationssystem im Auto, der Empfehlungsalgorithmus im Onlineshop oder die Gesichtserkennung auf dem Smartphone: KI-Technologie ist allgegenwärtig. Viele von uns sind mit dem Konzept der schwachen KI vertraut. Die starke KI, eine „Superintelligenz“, die wie ein Mensch denken kann, ist noch reine Zukunftsvision. Doch die Weiterentwicklungen in der Generative AI, wie ChatGPT als Sprachmodell, bedeuten in der KI-Forschung einen großen Sprung nach vorn.
KI lässt sich in vier Gruppen einteilen, je nach ihrem Potenzial, die Welt wahrzunehmen, sich an Erfahrungen zu erinnern und sich durch maschinelles Lernen zu verbessern. Diese Fähigkeiten bestimmen, ob eine KI schwach oder stark ist:
Das ist die schwächste Form der KI. Sie reagiert auf einzelne Probleme mit vorprogrammierten Algorithmen. Sie kann keine vergangenen Erfahrungen zur Entscheidungsfindung nutzen.
Einsatzmöglichkeiten und Beispiele:
IBM Schachcomputer DeepBlue aus dem Jahr 1997
KI-Systeme mit begrenzter Speicherung sind zurzeit der am weitesten verbreitete Stand der KI. Sie lernen aus alten Daten und fügen diese Erfahrungen zu ihrem Entscheidungsprozess hinzu.
Einsatzmöglichkeiten und Beispiele:
Selbstfahrende Autos, Chatbots, persönliche Smartphone-Assistenten u.v.m.
Diese theoretische KI-Form könnte eine Vorstellung von unserer Welt haben, menschliche Emotionen und Gedanken verstehen und darauf reagieren.
Einsatzmöglichkeiten und Beispiele:
Keine Anwendung
Diese Form der KI besitzt ein Bewusstsein über sich selbst und kann eigene Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche verstehen. Sie ist eine Zukunftsvision.
Einsatzmöglichkeiten und Beispiele:
Keine Anwendung
Hinweis: Die KI-Formen drei und vier gibt es noch nicht, da Gefühle, Gedanken und menschliches Verhalten technisch schwer bis kaum nachzubilden sind.
Was ist der Unterschied zwischen AI und Generative AI? Die Generative AI, also die generative KI, lässt sich als eine Unterform der allgemeinen künstlichen Intelligenz definieren. Sie ist ein KI-Modell, das eigenständig neue Inhalte erzeugt, die zu den Daten passen, mit denen es vorher trainiert wurde. Das sind zum Beispiel Texte, Bilder, Videos, Code, 3D-Modelle, Sprache oder Musik. Damit unterscheidet sich generative KI von der diskriminativen KI: Bei einem Diskriminator-KI-Modell werden vorhandene Datensätze klassifiziert und interpretiert, wie zum Beispiel die Spracherkennung „Alexa“. Es kann aber keine neuen Inhalte erstellen.
So lassen sich mit Generative AI neue, realistische Inhalte erstellen: Ein Nutzer tippt zum Beispiel eine Anweisung („Prompt“) in ein GenAI-Tool ein – und die KI antwortet mit kreativen, synthetischen Inhalten und Daten. Dies kann zum Beispiel ein Bild, das durch die Daten berühmter Kunstwerke inspiriert wurde, oder ein Text im Stil eines bekannten Schriftstellers sein. Damit ist ChatGPT eine generative KI. Der textbasierte Chatbot wurde mit einer enormen Datenmenge aus dem Internet trainiert, um ein Modell zu schaffen, das auf Befehl neue AI-Texte erzeugt.
Es gibt zahlreiche generative AI-Tools auf dem Markt. Die bekanntesten sind:
ChatGPT von OpenAI, Neuroflash, Jasper, Copy.ai
Hinweis:
AI-Texte werden auf Basis von LLMs Large Language Models erzeugt.
DALL-E 2 oder 3 von OpenAI als Bildgenerator, Midjourney, Neuroflash, Canva, Adobe Firefly, ImageAI
Hinweis:
Aus einer textlichen Beschreibung wird ein Bild generiert.
Synthesia, Make-A-Video (von Meta), X-Clip (von Microsoft)
Hinweis:
Aus einer Texteingabe wird ein Video erstellt.
OpenAI Codex, AlphaCode (DeepMind), ChatGPT, GitHub Copilot, Tabnine
Hinweis:
KI-Code-Generatoren unterstützen das Schreiben von Programmcode.
Fliki, ElevenLabs, Murf.ai, PlayHT, Speechify
Hinweis:
Mit einem KI-Sprachgenerator wird Text in gesprochene Sprache umgewandelt.
KI und Generative AI haben viele Vorteile, vor allem das Automatisieren von Aufgaben, die bisher manuell ausgeführt wurden. In den nächsten Jahren wird KI deshalb am Arbeitsplatz immer wichtiger werden und viele Arbeitsprozesse tiefgreifend verändern. Denn Künstliche Intelligenz und Generative AI sind in der Lage, die Effizienz in nahezu jeder Branche erheblich zu steigern: vom Planen energiesparender Maßnahmen in der Baubranche und Entwickeln von Bauplänen in der Architektur über das Kreieren von Designs für die Modebranche und Erstellen von Content in den Sozialen Netzwerken bis hin zum Schreiben von Unterrichtsmaterialien und vieles mehr.
Sie hat jedoch auch Schattenseiten, darunter die Tendenz zur Voreingenommenheit und die sogenannten KI-Halluzinationen, bei denen die KI frei erfundene Inhalte erschafft. Daher gilt es, den korrekten Umgang mit generativer KI zu sensibilisieren. Parallel dazu werden die ethische Bewertung und die Diskussion über eine Regulierung von KI notwendig werden.