Innovationsstrategie v2.0
Wie Phönix aus der Asche steigen.

Innovationsstrategie v2.0

Innovationen sind in der aktuellen Krisensituation ein noch spannenderes Thema also ohnehin schon. Einige Unternehmen investieren massiv in die Umstellung ihrer Produkte und Services, sodass sie mit den durch Corona verursachten Einschränkungen kompatibel sind, andere haben ihre Innovationsbestrebungen – manchmal sogar zusammen mit dem Kerngeschäft – komplett heruntergefahren, um Geld und Ressourcen in der Krise zu sparen. Was hier der richtige Weg ist, muss jedes Unternehmen für sich entscheiden und hängt maßgeblich von den Produkten und Services, aber auch insbesondere von der Kundenstruktur ab. Beide Szenarien können positive Auswirkungen auf das Innovationsmanagement haben!

Die Verschnaufpause im Innovationsmanagement sinnvoll nutzen

Nachdem bereits viele Artikel dazu veröffentlicht wurden, wie Unternehmen in der Krise mit dem Thema Innovation umgehen sollten, soll dieser Artikel die Unternehmen ansprechen, die ihre Innovationsaktivitäten zur unter Umständen durchaus sinnvollen Kosteneinsparung teilweise oder komplett heruntergefahren haben. Denn eine – wenn auch unfreiwillige – Verschnaufpause wie diese, hilft dabei, einen klaren Kopf zu bekommen und die aktuelle Innovationsstrategie zu überprüfen, zu schärfen oder möglicherweise auch erst zu formulieren. Und dabei geht es nicht nur darum, dass sich die Welt nach Corona möglicherweise verändern wird, was aber auch nicht für jedes Unternehmen zutrifft, sondern auch ganz grundsätzlich darum, einmal die aktuellen Aktivitäten zu reflektieren. Der Neustart nach der Krise muss nicht notwendigerweise nahtlos auf der Zeit davor aufsetzen. Ein Neustart kann auch ein Neuanfang sein, der einige Altlasten und nicht mehr zeitgemäße oder relevante Initiativen in der Vergangenheit zurücklässt. Nutzen Sie die Chance und entwickeln Ihre Sie Innovationsstrategie v2.0!

Wofür brauche ich überhaupt eine Innovationsstrategie?

Auch die größten Innovationsverweigerer müssen zugestehen, dass sich die Welt in den letzten Jahren und Jahrzehnten verändert hat. Einige Unternehmen haben die Veränderung mitgeprägt, andere sind mitgeschwommen und wieder andere sind dabei auf der Strecke geblieben. Innovationskraft ist vor allem auch die Fähigkeit, anpassungsfähig an neue Marktsituationen, Kundenbedürfnisse oder an den Wettbewerb zu sein.

“Success occurs when opportunity meets preparation”, sagte einst Verkaufslegende Zig Ziglar. Und er hatte recht: Denn Erfolg entsteht nur, wenn man auch die Fähigkeit besitzt, Möglichkeiten zu erkennen und sie zu ergreifen. Die Innovationsstrategie legt also unter anderem fest, nach welchen Opportunities ein Unternehmen Ausschau hält und was damit erreicht werden soll. Das ist insbesondere notwendig, um trotz aller Trends und Themen das Wesentliche im Blick zu behalten und auch die Ressourcen effizient und sinnvoll einzusetzen. Denn Innovation ist keinesfalls ein Selbstzweck, sondern zahlt – wie oben beschrieben – direkt auf die Unternehmensziele ein. Auch kann ein Unternehmen nicht jede Idee umsetzen, sondern muss diese anhand der Strategie bewerten und selektieren, um einen positiven Return on Investment aus dem Innovationsmanagement zu ziehen.

Das Investment in eine gute Innovationsstrategie wird mit besseren Ergebnissen belohnt!

Jonas Höfer, Senior Consultant

Wie sieht eine Innovationsstrategie aus und womit fängt man an?

Die Innovationsstrategie ist eine sogenannte Teilstrategie (auch Substrategie), da sie sich aus der übergeordneten Unternehmensstrategie ableiten und auf eine Teilmenge der dort formulierten Ziele aktiv einzahlen sollte. Das ist insbesondere notwendig, um die allzu häufig nicht vorhandene Nähe zum Kerngeschäft zu gewährleisten und nicht als losgelöster Teil innerhalb der Organisation wahrgenommen zu werden. Gibt es keine übergeordnete Strategie oder ist sie nicht oder nicht hinreichend bekannt und kommuniziert, hat die Innovationsstrategie eine noch höhere Relevanz, da sie gewissermaßen richtungsweisend über den Einflussbereich des Innovationsmanagements hinausgeht.

Mögliche Bestandteile einer Innovationstrategie
Mögliche Bestandteile einer Innovationstrategie

Die Abbildung verdeutlicht, wie sich die Innovationsstrategie auf einzelne Innovationsportfolios sowie auf die darin betrachteten Ideen und Maßnahmen herunter kaskadieren lässt. Auf jeder Stufe müssen strategische Fragen geklärt werden, die es den Akteuren erlauben, mit einer gewissen Autonomie in ihrem Bereich zu agieren. Das ist auch notwendig, da verschiedene Portfolios teilweise bewusst konträre Ziele verfolgen. So werden Produktinnovation in der Regel die Kundenzufriedenheit oder den Kundennutzen erhöhen wollen, Prozessinnovationen haben aber gegebenenfalls eher das Ziel, Kosten einzusparen.  
Strategiebildung ist auch in der Unternehmenspraxis eine eigene Wissenschaft und weitaus komplexer als gemeinhin vermutet, wie die obenstehende Abbildung zur Orientierung veranschaulichen soll. Idealerweise bildet die Strategie das Fundament jeder Handlung, Investition, Entscheidung und Reaktion – sie definiert das Handeln. Entsprechend wäre es vermessen, dieses Thema in einem kurzen Beitrag wie diesem zu behandeln.

Die folgenden 10 Fragen sollen aber bei der Einschätzung helfen, ob die aktuelle Innovationsstrategie und die bereits vorhandenen Innovationsaktivitäten des Unternehmens ziehführend, fundiert und zukunftsweisend sind:

  1. Wofür ist das Unternehmen bekannt und wofür wird es von den Kunden geschätzt? Wie kann sich das Unternehmen weiterentwickeln, ohne diese Identität zu verlieren?
  2. Was ist das übergeordnete Ziel? Ist es Kosteneinsparung, Kundenzufriedenheit, Wachstum oder Digitalisierung?
  3. Welche Innovationsarten haben welchen Stellenwert für das Unternehmen? Man unterscheidet in der Regel zwischen Produkt-, Prozess-, Service-, Organisations- und Geschäftsmodellinnovationen.
  4. Welcher Zeitraum wird betrachtet? Ausschließlich kurzfristige Innovationen oder auch solche, die erst in mehreren Jahren marktreif und -kompatibel sind? 
  5. Welche Trends gibt es im Marktumfeld und wie schnell kann auf diesen aufgesetzt werden? Sind die Ressourcen und das Wissen dafür vorhanden? Wie systematisch und strukturiert erfolgt die Identifikation dieser Opportunities?
  6. Wie stark verändert sich die Welt der Kunden und wie stark beeinflusst dies das Unternehmen? Welche Bereiche des Unternehmens sind davon am meisten betroffen?
  7. Wie verändern sich die Wettbewerber und was soll der Wettbewerbsvorteil sein oder bleiben?
  8. Welche Ressourcen werden für das Thema bereitgestellt und was gilt als Erfolg?
  9. Wie erfolgt die Priorisierung und Validierung von Ideen? Gibt es hierfür einen standardisierten Innovationsprozess?
  10. Wie soll an Innovationen gearbeitet werden? Im Fachbereich, gemeinsam mit dem Fachbereich oder völlig losgelöst in Innovationsabteilungen?

Mit der Beantwortung dieser Fragen ist ein Grundstein der Innovationsstrategie gelegt, der die weitere Innovationsarbeit zielgerichtet lenkt und sicherstellt, sodass auch in diesem Bereich verantwortungsvoll und effizient mit Ressourcen umgegangen wird. Denn Innovation ist kein Luxusthema, das zur Verfügung stehende Ressourcen verschwenden und frei von Regeln herumexperimentieren darf, sondern ist ein elementarer und wirtschaftlich agierender Geschäftsbereich, der auf die Unternehmensziele einzahlt und die Zukunftsfähigkeit sicherstellt. Das Innovationsmanagement trägt hierfür eine zentrale Verantwortung.

Erfolgreiche Innovation. Das sollten Sie tun:

Wenn Sie wegen der Coronakrise Ihre Innovationsaktivitäten pausiert haben, nutzen sie den Neustart, um mit einem klaren Ziel vor Augen in Richtung Zukunft zu starten und befreien Sie sich von Altlasten und Ziellosigkeit. Das Management von Innovationen und der Kompetenzaufbau in diesem Bereich ist kein triviales Thema, aber dennoch der wesentliche Erfolgsfaktor für die Zukunftsfähigkeit von Organisationen!
Betrachten Sie es als Investition in die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens, die sich lohnt!

Artikel von:
Jonas Höfer, Senior Consultant, Cassini Consulting
Jonas Höfer
Senior Consultant
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Innovation ist, wenn man trotzdem weitermacht.

Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger

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